World of Voice and Singing

Center Gravity / Fluid Power / Vocal Freedom


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Atmung beim Singen – ein kontroverses Thema

Atem und Körperwahrnehmung gehören bei der Stimmbildung unweigerlich zusammen.

Doch wie kommt es, dass es so viele unterschiedliche Ansichten über den Umgang mit Atmung beim Singen und Sprechen gibt? Und wie kann man wissen, welche Atemtechnik richtig ist?

Die Anweisungen und Übungsanleitungen die Stimmbildner, Gesanglehrer, Vocalcoaches, Yoga-Lehrer und Körpertherapeuten bereitstellen, können sich stark unterscheiden oder sogar einander widersprechen. Auch innerhalb der Gesangsmethoden oder Sprecherziehung. Anweisungen im Gesangsunterricht können lauten: Unterbauch einziehen; mit entspannter oder angespannter Bauchdecke singen; so tief wie möglich atmen; mit tiefstehenden Zwerchfell singen; sich an den Atem anlehnen; unter Einsatz von Zwerchfell-Flankenatmung u.s.w.

Jede Anweisung prägt deine Atemgewohnheiten nachhaltig, wenn du sie häufig übst. Daher ist es wichtig, wie du mit dem Thema Sängeratmung umgehst. Mit der für dich richtigen Stimmbildung kannst du lernen reflektorisch zu atmen, das Zwerchfell vollständig zu entspannen und die Atemhilfsmuskulatur wirkungsvoll einzusetzen.

Am Ende zählt ob sich Singen sich frei anfühlt und die Stimme frei klingt!

Das Video zu dem Thema findest du HIER

Atmung & Stimme Gesang

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Methode (1) Center Gravity

Damit Atem und Stimme im Körper frei fließen können braucht ein Sänger eine gesunde und freie Stimme die sich am besten in einem Körper entfaltet der frei ist von Angst und Blockaden. Wenn ein Sänger muskuläre Fehlspannungen und Verengungen der Resonanzräume entwickelt hat, die eine losgelöste Atmung, freie Randkantenschwingung oder offene Resonanzbildung verhindern und über kompensatorische Maßnahmen versucht, die fehlenden Ressourcen zu ergänzen, wird der musikalische Prozess rasch unterbrochen, das Singen strengt an und die Stimme kann Schaden nehmen. Natürlich ist hier zunächst auch eine Regeneration der Stimme und Aufbau der feinen Schleimhautschwingung der Stimmbänder notwendig.

Doch jede noch so feine „Störung“ des stimmlichen, musikalischen Prozesses  ist die Folge spezifischer und individueller physiologischer, emotionaler oder mentaler Zustände, die länger bestehen oder aber spontan aus einer Situation heraus entstehen. Im Verständnis der body’s center of gravity shifting Methode finden diese Unterbrechungen jedoch nur partiell statt, während der innere Bewegungsfluss nicht aufzuhalten ist.

Selbst wenn man versucht den Körperschwerpunkt vollkommen ruhig zu halten, findet eine subtile Verlagerung statt, die sich in einer permanenten inneren Bewegung bemerkbar macht. Über die Wahrnehmung des Tonus, dem Zustand haltungsbedingter Muskelkontraktion, die permanent präsent ist und danach strebt einen Ausgleich zur Spannkraft zu finden (Eutonus), kann der Sänger lernen mit den natürlich zur Verfügung stehenden Bewegungsvorgängen wieder in Kontakt zu treten und diese gezielt zu nutzen, um sie mit der Atemzirkulation, dem Klangfluss und der Melodieführung zu verbinden.

Maria Goeres